Patientenverfügung – das eigene Leben in die Hände eines anderen legen

 

Das war das Thema der April – Versammlung des Regionalverbandes Mannheim. Die 30 Besucher waren sehr nachdenklich über das, was der Referent und Verbandsvorsitzende zu dem Thema meinte.

 

2017-04-16.pngText und Bild: H.AdamNur ein Viertel aller Deutschen haben eine Patientenverfügung. Die häufigsten Motive für eine solche Niederschrift waren einmal die Entlastung der Angehörigen von Entscheidungen im Notfall, zum anderen der Wunsch, sich schon heute frei und selbstbestimmt für den Notfall konkret zu entscheiden, wie es nach einer alters-, krankheits- oder unfallbedingter Entscheidungsunfähigkeit weiter gehen soll. Eine Rolle spielte bei der Entscheidung für eine Patientenverfügung auch das Erleben, wie andere Opfer der Apparatemedizin wurden. Von heute auf morgen kann es passieren, dass man nicht mehr selbst entscheiden kann, was mit einem passiert wenn die Situation der Entscheidungsunfähigkeit eintritt. Ein Unfall zum Bespiel wartet nicht, bis man Zeit hat, in einer konkreten Situation eine Patientenverfügung anzufertigen. „Das eigene Leben in die Hände eines anderen legen“, wer soll der andere sein. Es macht in jungen Jahren schon Sinn, den Ehe- oder Lebenspartner zu bestimmen, der gegenüber Ärzten die Patientenverfügung durchsetzt und damit die Interessen des Betroffenen vertritt. Im Alter sollte man allerdings darüber nachdenken, ob man seinem Lebenspartner es noch zutraut bzw. zumutet, nötigenfalls auch vor Gericht den niedergelegten Willen durchzusetzen. Sinnvoller wäre es, hier die eigenen Kinder einzusetzen. Obwohl es nicht zwingend vorgeschrieben ist, wäre es fördernd, wenn neben der Patientenverfügung auch eine Vorsorgevollmacht bzw. eine Betreuungsvollmacht erstellt werden würde. Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind ein gute Gespann, um für die Notfallsituation gewappnet zu sein. Der Referent erläuterte den Unterschied zwischen den beiden Dokumenten, um dann auf spezielle Fragen der Patientenverfügung einzugehen. Eine Patientenverfügung muss nicht handschriftlich erstellt werden. Sie kann durchaus im Ankreuzverfahren auf Vordrucken niedergelegt werden. Sie kann auch jederzeit widerrufen werden. Eine mündliche Äußerung gegenüber dem behandelnden Arzt reicht aus, sofern man hierzu noch in der Lage ist. Änderungen können vorgenommen werden. Es muss keine Zeuge bei der Unterschrift dabei sein Sinnvoll ist es allerdings, den Hausarzt bei der Erstellung zu befragen und die Unterschrift in seiner Gegenwart zu leisten und das von ihm bestätigen zu lassen. So ist gewährleistet, dass der Verfügende eine umfassende Aufklärung über das angekreuzte erhält und ihm bestätigt wird, dass er bei der Unterschriftsleistung voll zurechnungsfähig war. Sinn macht es auch, wenn auf der Karteikarte beim Hausarzt vermerkt ist, dass eine Patientenverfügung besteht und wer gegebenenfalls der Ansprechpartner (laut Vorsorgevollmacht oder Betreuungsvollmacht) ist. 

Es entstand eine rege Diskussion zu dem Thema Patientenverfügung, wobei noch zahlreiche andere Fragen in diesem Zusammenhang beantwortet werden konnten. Ergänzend ging der Referent noch auf die Möglichkeit ein, die Patientenverfügung durch das Festlegen einer Bestattungsverfügung zu ergänzen.